Wolfgang Holzhäuser - MD, Bayer 04 Leverkusen (German Version) Share PDF Print E-mail
Profile of the week

Wolfgang_Leverkusen

Wolfgang Holzhäuser ist Geschäftsführer von Bayer 04 Leverkusen. Er wurde 1950 in Riedstadt-Crumstadt geboren, remedy ist verheiratet und hat einen Sohn. Er ist zertifizierter Betriebswirt und absolvierte eine Ausbildung als Groß- und Einzelhandelskaufmann. Aktuell führt er die Geschäfte von Bayer 04 Leverkusen und in der deutschen Fußball-Branche als einer der führenden Experten anerkannt. Holzhäuser arbeitete über 23 Jahre lang für den Deutschen Fußballbund und gilt als einer der Gründer der Deutschen Fußball Liga, drugs in der er permanentes Mitglied in Vorstand und Aufsichtsrat ist.

2004 wurde er zum Vizepräsidenten des Ligaverbandes und des DFB ernannt. 2007 wird er Präsident des Ligaverbandes und trägt maßgeblich zu Projekten wie der Einführung des Lizenzverfahrens bei, and von dem die Clubs der 1. und 2. Bundesliga heute profitieren. Seine Aufgaben bei Ligaverband und DFL beinhalteten die Prüfung der Wirtschaftlichkeit der Clubs sowie die Mitgliedschaft bei einer Vielzahl nationaler Komitees inklusive des Finanzkomitees.

Zu Bayer 04 Leverkusen kam er im Jahr 1998 und war maßgeblich beteiligt an der Umwandlung von Teilen der Fußballabteilung TSV Bayer 04 Leverkusen in die Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH. Seit Juli 2004 ist er alleiniger Geschäftsführer und verantwortlich für die Bayer 04 Tochterfirmen Bayer 04 Immobilien GmbH, Bayer 04 Mobilien GmbH, Bayer 04 Marketing GmbH, BaySecur, BaySports Travel und Bayer 04 Sportförderung GmbH.

By Edward Rangsi

Um das Interview in Englisch zu lesen, klicken Sie hier >>

Wie ist es für Bayer Leverkusen zu arbeiten im Vergleich zur Arbeit für den Deutschen Fußballbund?

Auf den ersten Blick ist es natürlich sehr ähnlich, da es sich um das gleiche Produkt handelt: Den Fußball.

Sobald man aber genauer schaut, ist der Unterschied enorm. Beim Verband schaut man auf das Gemeinwohl des deutschen Fußballs. Dazu gehören nicht nur die drei Profiligen und die Nationalmannschaft. Was oftmals in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, ist, dass der Fußball vor allem von seiner Basis lebt: Den unzähligen Amateurvereinen, dem Frauenfußball und vor allem dem Jugendfußball. All dies unter einen Hut zu bekommen, ist die Herausforderung des Verbandes.

Bei Bayer 04 ist die Lage natürlich anders. Auch wenn wir ebenfalls den Frauen- und Jugendfußball fördern, steht bei Bayer 04 das Profiteam im Vordergrund. Hier ist man oft von kurzfristigen Leistungen der Profis abhängig, die jede Saison von neuem den maximalen sportlichen Erfolg abrufen sollen. In erster Linie verfolgt man die Interessen seines eigenen Klubs, ob dies die Neugestaltung des Jugendleistungszentrums, die optimale Ausgestaltung der Unternehmensstruktur oder aber den Kauf eines Spielers eines Mitbewerbers ist.

2007 waren Sie Präsident des Ligaverbandes und haben die Einführung der Lizenzvergabe voran gebracht. War dieses Thema überfällig? Was muss man bei einer solchen Entscheidung beachten?

Es war uns damals wichtig für die erste und zweite Liga sowie für die Regionalligen ein einheitliches System zu kreieren an denen man Anforderungen für den Profifußball sichtbar messen kann. Hierzu gehören nicht nur die finanziellen Anforderungen, sondern es spielen auch sportliche, rechtliche, infrastrukturelle, personelle, administrative, medientechnische und sicherheitstechnische Kriterien eine Rolle. Solch eine Entscheidung kann man nicht von einen auf den anderen Tag den Profivereinen vorlegen, so dass wir eine schrittweise Lizensierung beschlossen. Beispielsweise ist heutzutage eine Rasenheizung Pflicht. Damals war dies so noch nicht gegeben. Für diese Umsetzung muss man den Klubs ein wenig Zeit lassen. Auch heutzutage gibt es noch einige Stellschrauben, die am Lizensierungssystem verändert werden.

Im Vergleich zu anderen Ligen ist die Bundesliga dafür bekannt, eine verantwortlich handelnde Finanzdirektion zu haben. Warum haben Sie dieses Thema zur Priorität erklärt?

Man sieht an der finanziellen Ausgeglichenheit der Liga, dass der sportliche Wettbewerb im Vordergrund steht. Natürlich gibt es einige Klubs, die mehr Geld investieren können als andere, aber es ist keine Überraschung, dass der 15. der ersten Liga nur 7 Punkte Rückstand auf den Tabellenfünften hat. Die sportliche Ausgeglichenheit macht in meinen Augen die Bundesliga zur spannendsten Liga in Europa. Hier kann jeder Verein jeden schlagen.  

Welchen Einfluss wird das Financial Fair Play auf den Fußball haben? Glauben Sie, dass die UEFA wirklich erhebliche Strafen inklusive Ausschluss aus der Champions League aussprechen wird?

Die ersten Strafen hat es ja bereits gegeben. Mit dem FC Malaga steht der erste bekannte Verein nächstes Jahr nicht im europäischen Wettbewerb obwohl sie dieses Jahr in der Champions League im Achtelfinale stehen. Ob sich die UEFA erlauben kann, Vereine wie Real Madrid oder den FC Barcelona von der Champions League auszuschließen wenn diese die Vorgaben nicht erreichen, wage ich aber zu bezweifeln. Sie sind nicht nur wegen ihrer großen Anhängerschaft, sondern auch mit ihrem Namen ein Zugpferd der UEFA für die Champions League.

Grundsätzlich bin ich mit vielen Aspekten des FFP einverstanden, aber ich sehe auch Gefahren, die es mit sich bringt. Die Hauptgefahr besteht darin, dass die Kluft zwischen Arm und Reich sogar noch verstärkt wird. Während die wohlhabenden Vereine eine Heerschar an Anwälten engagieren können um etwaige Schlupflöcher zu finden, muss sich der 0/8/15-Verein mit den Gegebenheiten abfinden und kann diese Schlupflöcher nicht aufdecken. So wird die derzeitige Vormachtstellung der 10-15 Clubs eher zementiert anstatt reglementiert. Die Durchlässigkeit von Vereinen, die durch externe Geldmittel den Platzhirschen zur Gefahr werden, wie beispielsweise Manchester City oder Paris St. Germain, wird durch das FFP erschwert. Als kritisch sehe ich auch den Entzug der Finanzmittel, die von Investoren in den Fußballkreislauf gelangen. Davon profitieren ja nicht nur die Vereine mit Mäzenen, sondern der gesamte Fußball. Ich würde dies gerne am Beispiel von André Schürrle erläutern: Mainz 05 bildet den Spieler aus, der Spieler weckt Begehrlichkeiten und wird von Bayer 04 für einen sehr hohen einstelligen Betrag gekauft. Jedenfalls weckt André weiterhin Interesse bei vielen Vereinen und Chelsea London tritt zu Beginn der Saison an Bayer 04 zwecks eines Transfers heran. Gehen wir davon aus, dass die offiziellen Zahlen die in der Presse kursierten stimmen, würde Roman Abramowitsch 25 Millionen Euro in den Kreislauf bringen. Diese 25 Millionen würden wiederum von Bayer 04 für beispielsweise zwei neue Spieler genutzt. Insofern hätten neben Bayer 04 zwei weitere Vereine von dem Geld Abramowitschs profitiert. Dieses Geld würde bei einer strikten Einhaltung der Regeln fehlen.

  • «
  •  Start 
  •  Prev 
  •  1 
  •  2 
  •  Next 
  •  End 
  • »
(Page 1 of 2)
 

Add comment


Security code
Refresh

Featured Profiles

superload.me filesmonster